Die dankbare Tierschutzkatze

Von Katrin

Katzen, Tierschutz, Tierschutzkatzen

Es gibt Sätze und Aussagen, die machen mich wütend!

Ganz weit vorne ist da:

"Adoptiere doch eine Katze aus dem Tierschutz, die sind so dankbar!"

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum mich dieser Satz so triggert, vielleicht denkst du dir auch, dass das doch eigentlich ziemlich schön ist und weißt gar nicht, was daran so schlimm sein soll, dass es bei mir so heftige Gefühle auslöst….

Es geht um zwei Punkte, zum einen sind da die Katzen aber auf der anderen Seite auch die potentiellen Hüter

Die Katzen

Wenn wir von dankbaren Katzen sprechen, dann vermenschlichen wir. Dankbarkeit ist ein menschliches Konstrukt!

Wir interpretieren Gefühle in die Tiere hinein.

Was aber tatsächlich viel schlimmer ist, an diese Interpretation sind ohne Wenn und Aber Erwartungen geknüpft.

Wir stellen die Tiere also vor die Herausforderung an sie gestellte Erwartungen zu erfüllen.

Ziemlich schwierig oder blöde, wenn man ja gar nicht weiß, was dieses Dankbar ist und wie man das dann am besten zeigt.

Noch „ein klein wenig“ schwieriger wird die ganze Nummer, weil es keine einheitliche Größe für Dankbarkeit gibt. Jeder Mensch hat da ganz eigene Ideen und Vorstellungen, wie eine Katze denn nun ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen soll

  • Nicht kratzen
  • Nicht beissen
  • Nix kaputt machen
  • Brav fressen
  • Nicht unsauber sein
  • Nicht miauen
  • Kuscheln
  • Sich mit den Kindern verstehen
  • Und und und

Das alles können Erwartungen sein, die die Tiere bitte erfüllen sollen, ohne zu wissen, dass sie das tun sollen.

In meinen Augen besonders pervers wird es, wenn Erwartungen wie „kuscheln“ und „verschmust sein“ an Katzen gestellt werden, die gerade deshalb aufgefallen sind, weil sie besonders ängstlich und besonders zurückhalten und scheu sind.

Wie soll das denn bitte funktionieren?

Der Mensch

Wir Menschen sind ziemlich einfach gestrickt.

Wir wollen alles gerne in bestimmte Schubladen und Boxen packen.

Bestimmte Worte verknüpfen wir mit bestimmten Gefühlen, Gedanken und Erwartungen.

So läuft es auch mit dem Wort DANKBARKEIT

Wenn ich Dankbarkeit höre, denke ich an xyz, mit Dankbarkeit verbinde ich Abc 

So weit, so gut……

Blöd ist, du verbindest vermutlich andere Gedanken, Gefühle und Erwartungen

Meine Erwartungen spiegeln meine innere Landkarte, meine Lebenswirklichkeit. Deine Erwartungen deine innere Landkarte und deine Lebenswirklichkeit.

Tja….. Das ist ein Problem für Katzen aus dem Tierschutz.

Nicht nur, dass sie keinen Plan von Dankbarkeit haben, nicht nur, dass man ihnen nicht erklären kann, dass sie bitte dankbar sein sollen…. Man kann ja noch nicht mal dieses dankbare Verhalten trainieren, denn es ist nicht real messbar.

Worte formen Motivation

Hinter dem, was wir Menschen tun, stehen Motivationen.

Diese Motivationen, also die Gründe, aus denen heraus wir etwas tun, spielen selbstverständlich auch bei der Adoption von Katzen eine große Rolle.

Sprechen wir also im Zusammenhang mit der Adoption von Dingen wie Dankbarkeit, dann triggert das, es formt sich die Motivation eine Katze zu adoptieren, weil sie meine Bedürfnisse erfüllt.

  • Sie zeigt mir ihre Dankbarkeit
  • Sie zeigt mir, dass ich gut bin
  • Sie zeigt mir, dass ich liebenswert bin
  • Sie zeigt mir, dass ich wichtig für sie bin

Sie erfüllt mein Bedürfnis nach Anerkennung.

So zumindest die Theorie.

Ist die Katze dann nicht so, wie der Adoptant es sich ausgemalt hat, dann führt das zu Frustration.

Und leider viel zu oft dazu, dass die Katzen nach Wochen oder Monaten wieder im Tierheim landen……

Katzen aus dem Tierschutz sind wundervoll.

Es sind individuelle Persönlichkeiten.

Sie haben ein Zuhause verdient.

Sie verdienen dieses Zuhause ohne Erwartungen und ohne Druck!

Sie verdienen eine liebe- und verständnisvolles Zuhause. Absolut bedingungslos.

Katrin Knispel, Katzenpsychologin

Hallo mein Name ist Katrin. Ich mag: Katzen (das überrascht jetzt sicher,) lesen, Wellness, Musik, meinen Mann, Sushi, ehrliche Menschen, Freunde, Kaffee. Was ich nicht mag: Stillstand, Unehrlichkeit, Reis, Möhren (gekocht, roh sind sie super!) Schlangen, Fisch (erhitzt), Zeitdruck, Technik

Das könnte Dir auch gefallen

Kommentieren

Your email address will not be published. Required fields are marked

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}