Aggression und Mobbing unter Katzen

Wie entstehen Aggressionen unter Katzen? 

Nicht immer ist es in einer Gruppe von zwei oder mehr Katzen so harmonisch, wie wir Hüter uns das wünschen würden.

Wird man als Hüter einer Katze Zeuge einer Auseinandersetzung oder findet beim nach Hause kommen eindeutige Indizien wie Fellbüschel, sollte man sich die Fragen stellen:

  • warum tritt Aggression auf?
  • von wem geht die Aggression aus?
  • muss ich eingreifen?
  • wie greife ich sinnvoll ein?

Um das Thema „aggressives Verhalten bei der Katze“ zu begreifen, muss Mensch sich mit der kätzischen Kommunikation beschäftigen. Er muss die Sprache der Katze verstehen lernen.

Denn Katzen kommunizieren vielschichtig, subtil und oft für uns Menschen kaum wahrnehmbar. Sehr viele, unter Katzen völlig klare kommunikative Signale, erkennt der Besitzer nicht sofort oder sie werden sogar falsch gedeutet.

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Das Eingreifen des Menschen verbessert die Situation für die Katzen nicht zwangsläufig.

Und – wir müssen uns auch bewusst machen, dass das soziale Zusammenleben innerhalb einer Gruppe nie konfliktfrei sein kann, weder bei Menschen noch bei Tieren.

Wir Hüter können aber einiges dafür tun, um eine grundsätzlich positive Atmosphäre und Umgebung für die Haustiger zu schaffen. Und auch bei auftretenden ernsthaft aggressiven Auseinandersetzungen gibt es häufig Möglichkeiten, Konflikte zu lösen. Die Abgabe eines Tieres aus der Gruppe muss nicht die einzige gute Lösung sein.

Werfen wir zuerst also einmal einen kurzen Blick auf die verschiedene Ausdrucksformen der Katzen:

Die Ohren 

​Die Ohren sind ein wunderbares Stimmungsbarometer, ihre Stellung verrät viel über die momentane Befindlichkeit. Stehen sie, ist es quasi die „Neutralposition“.Waagerecht zur Seite geklappt signalisieren sie Unwohlsein, die Katze fühlt sich von einem Artgenossen bedrängt oder hat Angst.

Verändert die Katze die Ohrenposition in die Waagerechte während ein Artgenosse näher kommt, sich in ihre Nähe legt oder ähnliches, sagt sie klar und deutlich: Du kommst mir zu nah, geh weg!

Sind die Ohren komplett nach hinten unten weggedrückt, dann steht ein Angriff unmittelbar bevor. Solch eine Position der Ohren ist eine klare Drohung Artgenosse und Mensch gegenüber. Diese Drohung sollte absolut ernst genommen werden.

Der Schwanz 

Zuckt die Schwanzspitze, fühlt sich die Katze unwohl, ist erregt. Das Zucken kann sich dann, sofern der Störer nicht von dannen zieht, steigern bis zu einem heftigen und vehementen peitschen. Einen peitschenden und womöglich noch zur „Flaschenbürste“ aufgeplusterten Schwanz sollten andere Katzen und wir Hüter als klare letzte Warnung verstehen.

Fauchen

Fauchen ist in der Katzensprache ein rein defensiver Laut. Eine fauchende Katze möchte nicht angreifen. Erlebt man es innerhalb der Gruppe, dass ein Tier immer wieder ein anderes anfaucht, dann gilt es genau hinzuschauen. Denn offensichtlich wird das fauchende Tier immer wieder auf die ein oder andere Art bedrängt und vielleicht sogar gemobbt.

Knurren

Knurren ist sehr häufig als Steigerung von Fauchen zu beobachten. Gerade wenn Artgenossen eine Katze weiter bedrängen, obwohl schon gefaucht wurde, ist es eine letzte und dann auch sehr ernst zu nehmende Drohung. Aus einem Knurren kann durchaus ein ernstzunehmender Angriff werden. Die Katze sieht sich gezwungen aus der Defensive herauszugehen und offen aggressiv zu agieren.

Starren

Starren wahrscheinlich die am häufigsten übersehene und unterschätze Aggression unter Katzen! Das Anstarren eines Artgenossen ist ein offen aggressives Verhalten und darf vom Hüter keinesfalls unterschätzt werden. Eine Katze die angestarrt wird, wird bedrängt.

Sitzblockaden

Eine in der Wohnung „dekorativ“ sitzende oder liegende Katze, kann je nach Gruppensituation ein aggressives Verhalten darstellen. Durch das Blockieren von Durchgängen oder auch dem versperrten Weg zur Toilette, kann ein Tier der Gruppe unter massiven Druck geraten. Überwindet es sich dann und passiert die Engstelle kann es durchaus auch attackiert werden. Solche Situationen nehmen Hüter oft nicht oder erst sehr spät wahr, obwohl sie das Wohlbefinden einzelner Tiere massiv beeinträchtigen können.

Doch nicht nur das Übersehen von echter Aggression stellt ein Problem dar.       

Viele, gerade unerfahrene Hüter deuten eine wild-fröhliche Rauferei unter Katern falsch und greifen in guter Absicht, aber leider völlig fehl am Platz, ein.

Wir müssen also genau hinschauen, sorgfältig beobachten und verstehen. Nur so haben wir eine echte Chance die richtige Einschätzung zu treffen.                             

Dann können wir auch objektiv einschätzen, ob Aggressionen vorliegen, wer der Verursacher ist und wo die Gründe liegen.

Grundsätzliche Empfehlungen für eine angenehme Atmosphäre im Mehrkatzenhaushalt

  • sorgfältige Auswahl von Tieren (hierauf gehe ich im nächsten Beitrag detailliert ein)
  • Es darf keine Ressourcen-Knappheit herrschen
  • das Revier „Wohnung“ abwechslungsreich, großzügig und artgerecht gestalten
  • viele Spieleinheiten mit dem Halter
  • Fummelbretter, Clickern und andere Beschäftigungsangebote
  • qualitativ hochwertiges Futter

Wichtige Ressourcen sind:

  • Futter
  • Ruheplätze
  • Zuwendung
  • Toiletten

Diesen Beitrag und weitere wertvolle Informationen zum Thema Tiergesundheit findest Du auch auf pfotencafe.de

In einem meiner kommenden Beiträge wird es um Aggressionen bei Zusammenführungen gehen.

About the Author Katrin

Hallo mein Name ist Katrin. Ich mag: Katzen (das überrascht jetzt sicher,) lesen, Wellness, Musik, meinen Mann, Sushi, ehrliche Menschen, Freunde, Kaffee. Was ich nicht mag: Stillstand, Unehrlichkeit, Reis, Möhren (gekocht, roh sind sie super!) Schlangen, Fisch (erhitzt), Zeitdruck, Technik

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